Aktuelle Informationen für den Strahlenschutz

 

 

 

Schleusenlose Linearbeschleunigerbunker für die Strahlentherapie

Bunker für den Einsatz von Linearbeschleunigern aller Energiestufen (bis 25 MV Photonen, bis 20 MeV Elektronen) wurden bis vor wenigen Jahren ausschliesslich mit Zugangsschleuse nach einem einheitlichen Konzept geplant und ausgeführt.

 

Linearbeschleunigerbunker mit Schleuse sind danach in drei Nutzungsbereiche aufgeteilt:

 

1. Behandlungsraum für Patienten, Nutzfläche 35 m²

2.

Technikbereich, i.d.R. abgetrennt durch eine Trennwand hinter Patiententisch und Gantry, Nutzfläche 12 m²

3.

Schleuse als reiner Zugangsbereich, Verkehrsfläche 15 m²

 

Dieses Konzept ergab sich aus der Forderung, den Streustrahlanteil, der durch die Schleuse auf das Tor trifft, so gering wie möglich zu halten, um die Tür hinsichtlich des notwendigen Strahlenschutzes möglichst niedrig dimensionieren zu können. Die aus diesem Konzept resultierenden Abschirmwerte für Linearbeschleunigertüren betragen i.d.R. 10 mm – 30 mm Pb und 150 mm – 300 mm Paraffin.

 

Das folgende Bild zeigt exemplarisch die Verhältnisse für einen Beschleunigerbunker mit Schleuse.

 

 

Hierfür ergeben sich die Kennwerte wie folgt:

 

- Nutzfläche (Behandlungsraum + Technikbereich) 46 m²

-

Schleuse 15 m²

-

Flächeninanspruchnahme gesamt 120 m²

-

Umbauter Raum 518 m³

 

Seit Ende der 90er Jahre wurde ein Konzept für den Bau eines schleusenlosen Linearbeschleunigerbunkers entwickelt. Entwicklungsziel war es, bei gleich bleibender Nutzfläche für den Behandlungsraum und den Technikbereich hinter dem Beschleuniger die Gesamtflächeninanspruchnahme sowie den umbauten Raum zu reduzieren.

 

Damit sollte der Bau von Linearbeschleunigerbunkern auch dort ermöglicht werden, wo aufgrund begrenzter Flächen ein herkömmlicher Linearbeschleunigerbunker nicht mehr realisierbar gewesen wäre. Zum anderen sollten durch den geringeren Flächenbedarf und das geringere Bauvolumen Baukosten eingespart werden.

 

Das folgende Bild zeigt exemplarisch die Verhältnisse für einen Beschleunigerbunker ohne Schleuse:

 

 

Die Kennwerte für diese neue Bauart im Vergleich zu herkömmlichen Bunkern mit Schleuse stellen sich wie folgt da:

 

mit Schleuse

schleusenlos

Nutzfläche (Behandlung + Technik)

45 m²

45 m²

Schleuse

15 m²

0

Flächeninanspruchnahme gesamt

120 m²

90 m²

Umbauter Raum (Gesamthöhe 4,3 m)

518 m²

387 m²

 

Die Flächeninanspruchnahme kann also um 30 m² oder 25%, der umbaute Raum um 131 m³ oder ebenfalls 25 % reduziert werden. Aufgrund des reduzierten umbauten Raumes ergibt eine Gesamtkostenbetrachtung einen erheblich höheren Einsparungseffekt, da auch der Aufwand für Schalung, Innenausbau u.a. wesentlich geringer anzusetzen ist.

 

Dieses Konzept bedingt allerdings eine völlig neue Bauartkonzeption für das Strahlenschutztor für schleusenlose Linearbeschleunigerbunker.

 

Ein erster, noch mit grossen technischen Schwierigkeiten behafteter Versuch wurde mit einem bodenläufigen Tor mit einem Strahlenschutz aus 570 mm Paraffin und 210 mm Blei unternommen. Dieses Tor war hinsichtlich des Strahlenschutzes ausreichend dimensioniert, wesentliche Bauteile wie Antrieb, Laufschiene und Notöffnungsvorrichtung waren jedoch nicht praxisgerecht ausgeführt. Zudem war die vom Fremdhersteller gewählte Zwei-Komponenten-Füllung, u.a. ca. 15 to Blei, äusserst kostenintensiv und damit unwirtschaftlich.

 

In der Zwischenzeit wurden jedoch Strahlenschutztore mit Barytbetonfüllung entwickelt, die die Anforderungen an den Strahlenschutz und Praxistauglichkeit in Verbindung mit äusserst niedrigen Investitionskosten erfüllen.

 

Detaillierte Unterlagen stehen gerne zur Verfügung.

 

 

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